Wir achten darauf, was wir trinken. Zeit, auch darauf zu achten, was wir atmen.
Jeder Atemzug zählt: Weniger CO₂. Mehr Konzentration. Weniger Krankheitserreger. Mehr gesunde Innenraumluft.
Die Bedeutung sauberer Luft
Die 2024 überarbeitete Europäische Luftqualitätsrichtlinie (AAQD), die bis spätestens 2030 strengere Grenzwerte für bestimmte Luftschadstoffe vorsieht, beweist: Saubere und gesunde Luft ist auf europäischer Ebene ein wichtiges Thema. Die Richtlinie bezieht sich allerdings ausdrücklich auf die Außenluft. Die Qualität der Innenraumluft – etwa in Schulen, Büros oder Wohnungen, wo Menschen einen großen Teil ihres Alltags verbringen – findet dagegen weiterhin vergleichsweise wenig Beachtung.
Die SARS-CoV-2-Pandemie seit 2020 hat eindrücklich gezeigt, welche Bedeutung die Luftqualität in Innenräumen für die Gesundheit haben kann. Insbesondere die Übertragung über Aerosole – sehr kleine, teils aus Flüssigkeitströpfchen bestehende Partikel, die über längere Zeit in der Raumluft schweben können – rückte eine Frage ins Zentrum, die bis heute an Bedeutung kaum verloren hat: Wie sauber und gesund ist eigentlich die Luft, die wir in Innenräumen täglich einatmen?
Innenräume: CO2 als Leitwert der Luftqualität
90 % unserer Zeit verbringen wir in Innenräumen: zuhause, in der Schule, im Büro, in Auto, Bus oder Bahn, der Arztpraxis oder im Fitnessstudio. Fast immer herrscht in diesen „dicke Luft“. Wir atmen täglich etwa 12.000 Liter Luft ein und atmen mehrere hundert Liter CO₂ wieder in die Umgebung aus.

Dieses CO₂ reichert sich in ungelüfteten oder unzureichend belüfteten Räumen an und ist ein Leitwert für die Qualität der Innenraumluft. Dieses wird in „parts per million„, kurz „ppm“ gemessen. Messwerte zwischen 400 ppm (Außenluftniveau) und 800 ppm sind gut. Werte ab 1000 ppm gelten als hygienisch auffällig.
Hohe CO₂-Werte beeinflussen unser Wohlbefinden negativ:
Untersuchungen zeigen, dass die kognitive Leistung ab einem CO2-Anteil von 1000 ppm in der Atemluft sinkt. Konzentration und Lernfähigkeit lassen nach, Kopfschmerzen und Müdigkeit treten auf. Ab einem Wert von 2000 ppm enthält jeder Atemzug mehr als 4 % Luft, die bereits in fremden Lungen war.
Unsichtbar und dennoch da: Luftverschmutzung, die krank machen kann
Bei Luftverschmutzung denken wir häufig zunächst an sichtbare Belastungen wie Rauchwolken durch Waldbrände. Tatsächlich kann die Luft jedoch bereits bei deutlich geringeren, mit bloßem Auge nicht wahrnehmbaren Belastungen gesundheitliche Auswirkungen haben.
Beim Atmen, Sprechen, Lachen oder Husten werden Aerosole freigesetzt. Bei unzureichender Belüftung können sie sich in Innenräumen anreichern und von anderen Personen noch Stunden später eingeatmet werden. Ist eine Person infektiös (das geht auch symptomlos!), können die ausgeatmeten Aerosole Krankheitserreger enthalten, die z.B. COVID-19 oder Influenza auslösen. Je höher der CO2-Wert, desto höher der Anteil ausgeatmeter Luft und damit auch potenzieller ausgeatmeter infektiöser Aerosole, die das Risiko einer Ansteckung bergen können.
Feinstaub, Asbest und Radon sind weitere Beispiele für Belastungen, die über die Luft in unseren Körper gelangen können. Feinstaub entsteht etwa beim Kochen, durch Kerzen oder Tabakrauch sowie durch Holzfeuerungen und kann die Lebenserwartung reduzieren.1 In älteren Gebäuden können Asbestfasern freigesetzt werden, beispielsweise wenn asbesthaltige Baustoffe bei Renovierungsarbeiten beschädigt oder bearbeitet werden. Auch das natürlich vorkommende radioaktive Gas Radon kann aus dem Boden in Gebäude eindringen und sich dort in der Raumluft anreichern. Beim Zerfall von Radon entstehen radioaktive Zerfallsprodukte, die eingeatmet werden können und das Risiko für Lungenkrebs erhöhen. Die Qualität der Luft, die wir täglich einatmen, ist deshalb unmittelbar mit unserer Gesundheit verbunden.
Strategien für gesunde Innenraumluft
Niemand würde ungefiltertes, verunreinigtes Wasser trinken. Es wird Zeit diesen Standard auf unsere Luft zu übertragen. Es fehlt immer noch an Luftreinigungssystemen, vor allem in öffentlichen Gebäuden, Schulen, medizinischen Einrichtungen, Pflegeheimen oder auch Theatern, Konzerthallen und in der Gastronomie.
Das Messen von CO2 hilft zu erkennen, wann frische Luft in einen Innenraum zugeführt werden sollte. Spätestens ab 1000 ppm sollte gelüftet werden, bis ein Wert von unter 800 ppm erreicht wird. Ohne Messgerät wird am besten etwa alle 20 bis 30 Minuten für einige Minuten gelüftet, vor allem bei mehreren Personen im Raum. Mit Durchzug (“Querlüften”) geht es noch besser.
HEPA-Luftfilteranlagen reinigen die Raumluft von z.B. Pollen, Feinstaub und Krankheitserregern und können Krankheiten und Allergiesymptome reduzieren. Das Tragen von FFP2-Masken filtert die eingeatmete Luft und verhindert die Weitergabe von Krankheitserregern durch die ausgeatmete Luft.
Sorgen wir jetzt für bessere Luft in unseren Innenräumen!